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Leserbrief abgedruckt ViN 6/2005

Zu Beginn der neuen Saison möchten wir gerne eine Sache ansprechen, die uns seit Ende der letzten Runde auf dem Herzen liegt.

Es geht um eine Frage des Fair Play in der Kreisliga der Damen, wo fast ausschließlich Jugendliche spielen. Im März dieses Jahres fand in der zweiten Staffel der Kreisliga Rhein-Neckar ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Handschuhsheim und der TSG Rohrbach um den Aufstiegsplatz statt. Im allerletzten Spiel wurde es entschieden: Handschuhsheim hätte einen glatten Sieg von 3:0 gegen Altlussheim davontragen müssen um den ersten Platz zu halten. Das Spiel ging verloren. Rohrbach ist aufgestiegen. Wir möchten keinen falschen Eindruck vermitteln. Wir sind nicht verbittert über die Niederlage und wir gönnen Rohrbach den Aufstieg - sie sind eine starke Mannschaft und haben hart um den ersten Platz gekämpft.
Uns sind lediglich die Umstände, unter denen wir das letzte Spiel bestreiten mussten, übel aufgestoßen. Nach Absprache mit der Trainerin und unter Begleitung eines erwachsenen Betreuers ist die Rohrbacher Mannschaft (fast) geschlossen zum Spiel gekommen, um Druck auf unsere Spielerinnen auszuüben.
Niemand möchte der TSG verbieten, sich Spiele anzuschauen und Mannschaften anzufeuern. Unsere Mannschaft wurde jedoch von der Tribüne herunter systematisch ausgebuht und ausgelacht. Rohrbach hatte absichtlich so viel Lärm veranstaltet, dass wir kaum unser eigenes Wort hören konnten, wenn wir Aufschlag hatten.
Während einige Mannschaften aus höheren Ligen dies als legitimes Mittel betrachten mögen, halten wir es bei jugendlichen Teams für vollkommen unnötig, unsportlich und unkameradschaftlich.
Viele der Spielerinnen kennen sich aus der Schule und sind nun sehr enttäuscht darüber, dass der Kampf um den ersten Platz auch von Klassenkameradinnen so rücksichtslos geführt wurde.

Wir finden auch, dass Trainer von Jugendmannschaften sich darüber im Klaren sein sollten, dass sie nicht nur Spieltechnik, sondern auch Werte vermitteln. Die Vereine sollen den Rahmen für einen sportlichen Wettkampf schaffen. Hier aber wurde der pure Erfolg über Fair Play und Freundschaft gestellt.
Da die Rohrbacher Mannschaft bislang nicht auf Gesprächsangebote reagiert hat, mag es vielleicht auf diesem Wege zu einer Diskussion kommen. Uns würden auch die Meinungen anderer Trainer und Mannschaften interessieren, welche Mittel sie für einen Aufstieg gerechtfertigt halten und welche nicht. Wir freuen uns übrigens zu hören, dass die Aktion auch bei der TSG Rohrbach teilweise sehr kritisch aufgenommen wurde. Wir wünschen Rohrbach 4 für diese Saison auf jeden Fall fairere Gegner, wenn es demnächst um den Klassenerhalt gehen wird.

Jens Rymes & Carolin Kosel


Oktober 2005, Kommentare, Wünsche, Anregungen: bitte per mail.